Ein Drawdown beschreibt den Rückgang eines Kontowerts von einem vorherigen Hoch. Er zeigt eine Verlustphase, die ein einzelner Trade oder der Monatsdurchschnitt verdecken kann. Entscheidend ist, welchen Kontowert du misst und welche Regeln daraus folgen.
Balance oder Equity: zuerst die Messgröße festlegen
Die Balance berücksichtigt gewöhnlich abgeschlossene Ergebnisse. Die Equity bezieht auch offene Positionen ein. Wer nur die Balance betrachtet, kann zwischenzeitliche offene Verluste übersehen. Verwende für Vergleiche dieselbe Messgröße und dieselbe zeitliche Auflösung. Ein Screenshot am Tagesende zeigt nicht zwingend den tiefsten Stand während des Tages. Einzahlungen und Auszahlungen musst du gesondert behandeln, damit sie deine Auswertung nicht verzerren.
Ein Rückgang von 10 Prozent braucht mehr als 10 Prozent Erholung
Eigenes Beispiel: Ein Konto fällt von 10.000 auf 9.000 Euro. Der Rückgang beträgt 1.000 geteilt durch 10.000, also 10 Prozent. Von 9.000 zurück auf 10.000 fehlen ebenfalls 1.000 Euro. Bezogen auf die kleinere Basis sind das jedoch rund 11,11 Prozent. Das ist Mathematik, kein Ziel für deinen nächsten Trade. Eine schnelle Rückkehr erzwingen zu wollen verändert nicht die Ausgangslage.

Der maximale Drawdown hängt vom beobachteten Zeitraum ab
Verfolge jedes neue Kontohoch als neue Referenz. Ein Rückgang wird immer zum bis dahin erreichten Hoch gemessen. Der größte dieser Rückgänge in deiner Datenreihe ist der maximale Drawdown dieser Stichprobe. Ein längerer Zeitraum oder eine genauere Equity-Aufzeichnung kann einen anderen Wert liefern. Ein historischer Maximalwert ist keine Obergrenze für zukünftige Verluste.
Plane eine Reaktion, bevor die Verlustphase beginnt
Eine mögliche Übungsregel lautet: Bei Erreichen einer vorher festgelegten Grenze werden keine neuen Positionen eröffnet, bis das Review abgeschlossen ist. Die konkrete Grenze muss zu deinem Plan passen. Prüfe dann getrennt, ob Ausführungsfehler, Regelverstöße oder regelkonforme Verluste vorliegen. Eine Anpassung der Größe und eine Änderung des Setups sind verschiedene Eingriffe. Dokumentiere sie mit Datum, damit spätere Vergleiche sinnvoll bleiben.
Was bei Challenges zusätzlich zählt
Prop-Anbieter können einen festen, nachlaufenden oder tagesbezogenen Verlustmechanismus verwenden. Dabei können offene Positionen und bestimmte Referenzzeiten berücksichtigt werden. Das ist nicht automatisch dieselbe Definition wie in deinem Journal. Lies die konkreten Bedingungen und rechne ein Beispiel selbst durch. Im eigenen Review helfen diese Fragen: Welches Hoch gilt? Welche Equity zählt? Was stoppt neue Trades? Wann darf ich nach dokumentierter Prüfung wieder üben?
