Dein Risiko steht vor dem Entry fest

Der Chart sieht interessant aus. Du hast ein Level markiert und möchtest einsteigen. Bevor du die Order abschickst, fehlt aber eine entscheidende Zahl: Welchen Verlust planst du ein, falls deine Idee nicht aufgeht? Erst danach lässt sich beurteilen, welche Positionsgröße zu diesem Trade passt.
Kontorisiko und Positionswert sind verschiedene Zahlen
Der Positionswert beschreibt, wie viel Marktbewegung du insgesamt ausgesetzt bist. Dein geplantes Kontorisiko beschreibt dagegen den Verlust zwischen Entry und vorgesehenem Stop, bezogen auf dein Konto. Eine große Position kann bei einem engen Stop rechnerisch dasselbe geplante Risiko haben wie eine kleinere Position bei einem weiten Stop. Die Ausführung bleibt dabei ein eigener Unsicherheitsfaktor.
Die CME erklärt die Positionsberechnung deshalb anhand von zwei Ausgangspunkten: dem sinnvollen Stop-Level und dem Betrag, der pro Trade riskiert werden soll. Der Stop folgt deiner Handelsidee. Du verschiebst ihn nicht beliebig, damit eine gewünschte Stückzahl in die Rechnung passt.
Ein Beispiel mit einfachen Zahlen
Für dieses reine Rechenbeispiel nehmen wir ein Konto mit 10.000 Euro und einen geplanten Risikobetrag von 100 Euro an. Das entspricht einem Prozent. Diese Zahl dient nur der Erklärung und ist keine Empfehlung für deine persönliche Risikohöhe.
- Geplanter Entry eines hypothetischen, linear bewerteten Instruments: 200 Euro je Einheit.
- Vorgesehener Stop: 195 Euro. Abstand zum Entry: 5 Euro.
- 100 Euro geteilt durch 5 Euro ergeben 20 Einheiten.
- Der Positionswert beim Einstieg beträgt damit 4.000 Euro.
Liegt der sinnvolle Stop stattdessen bei 190 Euro, beträgt der Abstand 10 Euro. Bei demselben Risikobetrag wären es rechnerisch nur zehn Einheiten. Der weitere Stop verdoppelt nicht automatisch das eingeplante Risiko, wenn du die Größe entsprechend anpasst. Bei Futures und anderen Derivaten müssen zusätzlich die jeweiligen Kontraktwerte berücksichtigt werden.
Die Rechnung garantiert keine Verlustobergrenze
Das Beispiel lässt Gebühren und Abweichungen beim Ausführungspreis außen vor. Beides gehört in eine tatsächliche Planung. Ein Stop garantiert außerdem keinen bestimmten Verkaufspreis. Die FINRA erläutert dieses Ausführungsrisiko am Beispiel von Aktien. Prüfe die Orderbedingungen deines konkreten Produkts. Ein tatsächlich realisierter Verlust kann über deiner Planung liegen.
Schreibe die Entscheidung vor der Order auf
Notiere Entry, Invalidierung, Stop, Risikobetrag und Positionsgröße in einer Zeile. Ergänze, welche Kosten du berücksichtigt hast. Wenn du eine dieser Angaben nicht erklären kannst, ist dein Plan noch nicht vollständig.
Vergleiche nach dem Trade die Planung mit der tatsächlichen Ausführung. Eine Abweichung ist eine konkrete Frage für dein Journal: War die Größe falsch berechnet, der Stop anders ausgeführt oder eine Gebühr vergessen? So wird aus einer Zahl ein überprüfbarer Ablauf.
Quellen & weiterführende Informationen
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Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung zu Bildungszwecken und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Der Handel mit Kryptowährungen und Hebelprodukten ist mit erheblichen Risiken verbunden.