Im CCM-Kurs gehe ich von meinem Tradingkonto aus, lege die Margin fest und lese den Stop-Abstand in Prozent ab. Daraus berechne ich den Hebel. Hier siehst du diesen Rechenweg an den beiden Beispielen aus Lektion 7.5.
Schritt 1: Tradingkonto und Risiko festlegen
In Lektion 7.5 „So berechnest du dein Risiko pro Trade richtig“ beträgt das Tradingkonto 10.000 Dollar. Davon plane ich 1 Prozent Risiko für einen Trade ein. Die Rechnung lautet: 10.000 × 0,01 = 100 Dollar Risikobudget. Die 10.000 Dollar sind in diesem Beispiel bereits das Tradingkonto, nicht das gesamte Vermögen.
Das ist wichtig, weil ich in Lektion 7.4 zunächst erkläre, wie ich das Tradingkapital vom Gesamtvermögen trenne. Hier starten wir einen Schritt später: Das Geld auf dem Tradingkonto steht bereits fest.
Schritt 2: Die Margin bestimmen
Für den Beispieltrade verwende ich 10 Prozent des Tradingkontos als Margin. Bei 10.000 Dollar sind das 1.000 Dollar. Von dieser Margin darf ich im Kursbeispiel 10 Prozent riskieren: 1.000 × 0,10 = 100 Dollar.
Damit sind 1 Prozent des Tradingkontos und 10 Prozent der eingesetzten Margin derselbe Geldbetrag. Die Margin selbst ist nicht mein geplanter Verlust. Die gewählten 10 Prozent Margin gehören zu diesem Kursbeispiel und sind keine allgemeine Vorgabe einer Börse.
Schritt 3: Den Stop-Abstand in Prozent ablesen
Ich lege Entry und Stop anhand des Setups fest. Mit dem Long- oder Short-Position-Werkzeug in TradingView lese ich anschließend ab, wie weit der Stop in Prozent vom Entry entfernt liegt. Diese Prozentzahl brauche ich für die Hebelrechnung.
Bei den folgenden beiden Beispielen bleiben Tradingkonto, Margin und Risikobudget gleich. Nur der Stop-Abstand ändert sich. Den Stop verschiebe ich nicht nachträglich, nur damit ein höherer Hebel herauskommt.
Schritt 4: 10 durch den Stop-Abstand teilen
Jetzt kommt die Rechnung aus dem Kurs: 10 ÷ Stop-Abstand in Prozent = rechnerischer Hebel. Die 10 steht für das Risikobudget von 10 Prozent der Margin. Bei einem Stop-Abstand von 0,8 Prozent setze ich also 0,8 ein.
Anschließend runde ich den Hebel auf die nächstkleinere ganze Zahl ab, wie im Kurs gezeigt. Ich runde nicht auf, um näher an einen höheren Hebel zu kommen. Die Formel mit der festen 10 gilt für die hier gewählte Kombination aus Margin und Risikobudget.
Fall 1: Multiple mit 0,8 Prozent Stop-Abstand
Im Multiple-Beispiel zeigt das Werkzeug einen Stop-Abstand von 0,8 Prozent. Ich rechne: 10 ÷ 0,8 = 12,5. Diesen Wert runde ich auf 12 ab. Für die Beispielposition ergeben sich damit 1.000 Dollar Margin und ein 12er Hebel.
Die Reihenfolge bleibt: Margin festlegen, Stop-Abstand ablesen, 10 durch diesen Abstand teilen und abrunden. Ich wähle den Hebel also passend zum Stop und zum vorgesehenen Risiko.
Fall 2: One Trade mit 4,32 Prozent Stop-Abstand
Beim One-Trade-Beispiel liegt der Stop weiter entfernt: 4,32 Prozent. Ich rechne wieder direkt: 10 ÷ 4,32 ≈ 2,31. Abgerundet ergibt das einen 2er Hebel bei derselben Margin von 1.000 Dollar.
Der größere Stop-Abstand führt bei gleicher Margin und gleichem Risikobudget zu einem kleineren Hebel. Die zwei Fälle zeigen alternative Einzeltrades. Würde ich beide gleichzeitig eröffnen, müsste ich ihr gemeinsames Risiko zusätzlich berücksichtigen.

Was du vor der Order zusätzlich prüfst
Die Kursrechnung zeigt das Preisrisiko einer linearen Position vor Kosten. Gebühren, Funding und Slippage sind nicht enthalten. Ein Stop garantiert deshalb keinen maximalen Verlust von genau 100 Dollar. Prüfe außerdem Margin-Modus, Liquidationsgrenze und die Bedingungen des gehandelten Produkts.
Für inverse Kontrakte oder Produkte mit anderen Kontrakteigenschaften lässt sich diese Rechnung nicht ungeprüft übernehmen. Auch die 1-Prozent-Regel ist die Einstellung des Kursbeispiels und keine Garantie gegen Verluste.
Der Ablauf aus dem Kurs zum Mitnehmen
Tradingkonto bestimmen. Risikobudget festlegen. Margin berechnen. Entry und Stop im Chart setzen. Stop-Abstand in Prozent ablesen. Im gezeigten Beispiel 10 durch den Stop-Abstand teilen. Den Hebel abrunden und die Order vor dem Absenden prüfen.
Nach einem Verlust erhöhe ich den Hebel nicht, um das Geld zurückzuholen. Für den nächsten Trade beginnt derselbe Ablauf erneut mit dem dann gültigen Kontostand und dem festgelegten Risikobudget.
