Wochenausblick · ca. 4 Min. Lesezeit

Wochenausblick KW 33: Minus 23.000 Stellen vor dem CPI

Statt plus 83.000 kamen minus 23.000 Stellen. Ob die Fed deshalb senken kann, entscheidet die Inflation am Mittwoch. Die Termine der 33. Handelswoche im Überblick.

Wochenausblick KW 33: Minus 23.000 Stellen vor dem CPI
Markus Horch
Geschrieben von Markus Horch · Crypto Capital News Redaktion Veröffentlicht: 10. August 2026
Als bevorzugte Quelle auf Google

Der Freitag verändert die Ausgangslage

Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli hat am Freitag, 7. August 2026, deutlich schwächer abgeschnitten als erwartet. Die Nonfarm Payrolls lagen bei minus 23.000 Stellen, während der Dow-Jones-Konsens plus 83.000 erwartet hatte. Hinter der Gesamtzahl standen plus 30.000 private Stellen und minus 53.000 Stellen beim Staat.

Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote auf 4,1 Prozent. Erwartet waren 4,2 Prozent. Die durchschnittlichen Stundenlöhne lagen im Jahresvergleich bei plus 3,2 Prozent, dem niedrigsten Wert seit Mai 2021. Das ergibt kein einheitliches Bild: Die Beschäftigung enttäuscht klar, die niedrigere Arbeitslosenquote spricht aber gegen eine simple Lesart eines durchgehend schwachen Arbeitsmarkts.

Warum zählt das? Weil schwächere Beschäftigung den Druck auf die Fed erhöht, eine Zinssenkung stärker zu erwägen. Der Bericht hat damit die Inflationsdaten am Mittwoch noch wichtiger gemacht.

Das Dilemma der Fed

Auf der einen Seite spricht das Minus bei den Stellen für einen schwächeren Arbeitsmarkt und damit für mehr Spielraum bei den Zinsen. Auf der anderen Seite kann die Fed nur senken, wenn die Inflation mitspielt. Die niedrigere Arbeitslosenquote macht das Bild zusätzlich gemischt, während das Lohnwachstum von 3,2 Prozent im Jahresvergleich den geringsten Wert seit Mai 2021 markiert.

Damit ziehen Arbeitsmarkt und Inflation in unterschiedliche Richtungen. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, könnte die Zinssenkungserwartung sinken und der Risikoappetit nachlassen. Fällt sie niedriger aus, könnte die Zinssenkungserwartung steigen und der Risikoappetit zunehmen. Das ist Erwartungsmechanik, keine Gewissheit.

Die Termine der Woche

Wirtschaftskalender der 33. Handelswoche 2026 mit den wichtigen US-Terminen
Die wichtigen US-Termine dieser Woche auf einen Blick. Quelle: eigene Darstellung

Dienstag, 11. August, 06:30 MESZ: RBA Zinsentscheid. Für Australien wird ein Leitzins von 4,35 Prozent prognostiziert, unverändert gegenüber zuvor 4,35 Prozent. Ein höherer Zins als prognostiziert könnte die Zinssenkungserwartung dämpfen und den Risikoappetit belasten. Ein niedrigerer Zins könnte die Zinssenkungserwartung stützen und den Risikoappetit verbessern.

Mittwoch, 12. August, 14:30 MESZ: US-Verbraucherpreise. Der CPI ist der wichtigste Termin der Woche. Für die Kernrate werden 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und 2,5 Prozent im Jahresvergleich prognostiziert, nach zuvor 0,0 Prozent und 2,6 Prozent. Für die Gesamtrate lauten die Prognosen 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und 3,4 Prozent im Jahresvergleich, nach zuvor minus 0,4 Prozent und 3,5 Prozent. Ein höherer Wert als erwartet könnte die Zinssenkungserwartung senken und den Risikoappetit belasten, ein niedrigerer Wert könnte die Zinssenkungserwartung erhöhen und den Risikoappetit stützen.

Donnerstag, 13. August, 08:00 MESZ: BIP Großbritannien. Erwartet werden minus 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach zuvor plus 0,1 Prozent. Ein höherer Wert als erwartet könnte die Zinssenkungserwartung dämpfen und den Risikoappetit bremsen. Ein niedrigerer Wert könnte die Zinssenkungserwartung erhöhen und den Risikoappetit stützen, sofern Wachstumssorgen nicht überwiegen.

Donnerstag, 13. August, 14:30 MESZ: US-Erzeugerpreise und Erstanträge. Beim PPI werden für die Kernrate 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat prognostiziert, nach zuvor 0,2 Prozent. Für die Gesamtrate werden 0,2 Prozent erwartet, nach zuvor minus 0,3 Prozent. Höhere Erzeugerpreise als erwartet könnten die Zinssenkungserwartung senken und den Risikoappetit belasten, niedrigere Werte könnten das Gegenteil auslösen. Bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe stehen 202.000 nach zuvor 199.000 im Kalender: Höhere Anträge als erwartet könnten die Zinssenkungserwartung stützen und den Risikoappetit erhöhen, niedrigere Anträge könnten sie dämpfen.

Freitag, 14. August, 14:30 MESZ: US-Einzelhandelsumsätze. Prognostiziert werden 0,1 Prozent, nach zuvor 0,2 Prozent. Die Kernrate wird bei 0,2 Prozent erwartet, nach zuvor minus 0,2 Prozent. Ein höherer Wert als erwartet könnte die Zinssenkungserwartung senken und den Risikoappetit belasten, ein niedrigerer Wert könnte die Zinssenkungserwartung erhöhen und den Risikoappetit stützen.

Freitag, 14. August, 16:00 MESZ: UoM Verbrauchervertrauen. Das vorläufige Verbrauchervertrauen wird bei 54,4 erwartet, unverändert gegenüber zuvor 54,4. Ein höherer Wert als erwartet könnte die Zinssenkungserwartung dämpfen und den Risikoappetit belasten, ein niedrigerer Wert könnte die Zinssenkungserwartung stützen. Bei den Inflationserwartungen liegt der vorherige Wert bei 4,2 Prozent: Ein Anstieg könnte die Zinssenkungserwartung senken, ein Rückgang könnte die umgekehrte Mechanik unterstützen.

Was das für Krypto bedeutet

Bitcoin steht bei rund 65.200 US-Dollar und damit 3,4 Prozent höher auf Sicht von sieben Tagen. Ethereum liegt bei rund 1.925 US-Dollar. Der Stand stammt vom 9. August 2026 um 18:10 MESZ. Bitcoin notiert zugleich rund 48 Prozent unter dem Allzeithoch von 126.080 US-Dollar vom 6. Oktober 2025.

Für Krypto zählt in dieser Woche deshalb nicht nur die Richtung einer einzelnen Zahl, sondern die Reaktion der Zinserwartungen. Mittwoch um 14:30 MESZ ist der zentrale Moment: Der Markt bekommt dann den wichtigsten neuen Hinweis darauf, welche Kraft stärker wirkt, der schwache Arbeitsmarkt oder die Inflation. Danach liefern PPI, Arbeitslosenhilfe, Einzelhandel und Verbrauchervertrauen weitere Bausteine.

Du musst vor diesen Veröffentlichungen keine Richtung erraten. Entscheidend ist, ob der Markt eine Überraschung bestätigt, verwirft oder nach der ersten Reaktion neu bewertet. Gerade bei widersprüchlichen Daten ist die erste Bewegung nicht automatisch die belastbarste Einordnung.

Struktur vor Bauchgefühl

Plane die Termine, definiere deine Szenarien und bewerte erst die Reaktion, denn Struktur schützt dich besser als Bauchgefühl.

News lesen kann jeder. Sie handeln nicht.

Der kostenlose 3:1 Guide zeigt dir, wie du aus Schlagzeilen Trades mit klar begrenztem Risiko machst.

Zum kostenlosen Guide
Fragen zu deinem Trading? Reden wir drüber.
Unverbindliches Gespräch buchen
Kein Verkaufsgespräch. Ein ehrlicher Blick auf dein Trading.

Passend dazu

Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung zu Bildungszwecken und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Der Handel mit Kryptowährungen und Hebelprodukten ist mit erheblichen Risiken verbunden.