KW 43: Bitcoin bei 81.400 Dollar, britische Inflation und PMI-Daten im Fokus

Alles in 90 Sekunden
- Kanadischer CPI Montag: Am Montag veröffentlicht Kanada seinen monatlichen Verbraucherpreisindex. Erwartet wird ein Anstieg von 0,2 Prozent nach zuvor minus 0,1 Prozent.
- Britische Arbeitslosigkeit Dienstag: Großbritannien meldet die Arbeitslosenquote. Laut Kalender prognostiziert 5,0 Prozent nach einem Vorwert von 4,9 Prozent.
- Britische Inflation Mittwoch: Der wichtigste Datenpunkt der Woche. Die Inflationsrate y/y wird mit 3,4 Prozent erwartet, nach 3,1 Prozent im Vormonat.
- Flash-PMIs Freitag: Eurozone und Großbritannien liefern erste Stimmungsdaten für Oktober. Der europäische Manufacturing PMI wird bei 54,0 erwartet.
- ETF-Flows an einzelnen Tagen: 14.10.2026: ein Nettoabfluss von 3.207,42036553 Bitcoin. 15.10.2026: ein Nettozufluss von 62,10708654 Bitcoin. Die Angaben beziehen sich auf diese Beobachtungstage.
- SOPR neutral bei 1,0047: Bewegte Coins realisieren im Schnitt minimale Gewinne. Kein erhöhter Verkaufsdruck sichtbar, aber auch keine starke Akkumulation erkennbar.
- EBA stuft USDC ein: Erstmals bezeichnet die Europäische Bankenaufsichtsbehörde einen Stablecoin als bedeutendes E-Geld-Token. Ab 12. November gelten für USDC verschärfte Aufsichtsregeln.
- Volume-Kernzone 63.500 bis 85.500 Dollar: Bitcoin liegt aktuell innerhalb der Zone mit dem höchsten historischen Volumen der letzten 90 Tage, zwischen den Referenzstufen 80.000 und 83.000 Dollar.
Wochenrückblick
Leichte Verluste, stabiles Bild: Bitcoin schloss die vergangene Woche mit einem Minus von 1,9 Prozent auf 81.468 Dollar ab. Über dreißig Tage liegt das Plus bei 4,5 Prozent, das kurzfristige Bild ist also schwächer als der mittelfristige Trend. Ether verlor im selben Zeitraum 4,3 Prozent und zeigt damit eine merklich schwächere relative Entwicklung.
Regulierung sorgt für Aufmerksamkeit: Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA hat USDC als erstes bedeutendes E-Geld-Token der Europäischen Union eingestuft. Damit unterfällt USDC ab dem 12. November einer verschärften Aufsicht. Das ist ein Präzedenzfall unter der MiCA-Verordnung und dürfte die Diskussion über Stablecoin-Regulierung in Europa weiter beschleunigen. Den vollständigen Bericht findest du bei The Block.
Die wichtigsten Termine der Woche

Verdichtete Datenwoche: Von Montag bis Freitag kommen Preisdaten aus Kanada, Großbritannien und Japan sowie abschließend die ersten Flash-PMIs für Oktober. Das Bild verdichtet sich besonders zur Wochenmitte, wenn britische Inflationszahlen erscheinen.
- Montag, 19.10., 14:30 Uhr: Kanadischer CPI m/m, laut Kalender prognostiziert 0,2 Prozent nach zuvor minus 0,1 Prozent. Zusätzlich Median- und Trimmed-CPI für das Jahr, beide Prognosen stabil bei 2,0 beziehungsweise 1,9 Prozent.
- Dienstag, 20.10., 08:00 Uhr: Britische Arbeitslosenquote, laut Kalender erwartet bei 5,0 Prozent nach zuvor 4,9 Prozent.
- Dienstag, 20.10., 14:30 Uhr: US-Baubeginne und Baugenehmigungen, beide nahe am Vorwert, kein deutlicher Schub erwartet.
- Mittwoch, 21.10., 08:00 Uhr: Britische Inflationsrate y/y, laut Kalender prognostiziert 3,4 Prozent nach zuvor 3,1 Prozent. Das wäre ein spürbarer Anstieg und der wichtigste Datenpunkt der Woche für die Zinsdebatte um die Bank of England.
- Freitag, 23.10., 09:30 bis 10:30 Uhr: Flash-PMIs für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor aus der Eurozone und Großbritannien. Der europäische Manufacturing PMI wird laut Kalender bei 54,0 nach 53,9 erwartet.
Die britische Inflationsrate am Mittwoch ist der Termin, auf den ich am stärksten achte. Ein Ergebnis spürbar über 3,4 Prozent würde den Druck auf die Bank of England erhöhen, die Zinsen länger hoch zu halten. Das hätte Rückkopplungseffekte auf die globale Risikobereitschaft.
Zinsen und Makro Daten
Kanada zu Wochenbeginn: Der kanadische CPI m/m wird laut Kalender mit 0,2 Prozent prognostiziert, nachdem der Vorwert bei minus 0,1 Prozent lag. Sollte die Zahl deutlich höher ausfallen, könnte das die Erwartungen an die Kanadische Notenbank in Richtung einer länger restriktiven Haltung verschieben. Die Kern-Messgrößen, Median und Trimmed CPI, werden stabil erwartet, was auf eine weiterhin moderate zugrundeliegende Inflation hindeutet.
Großbritannien im Mittelpunkt: Die britischen Daten dominieren die Woche. Der Anstieg der Inflationsrate von 3,1 auf prognostizierte 3,4 Prozent am Mittwoch ist eine Erwartung, kein eingetretenes Ergebnis. Sollte die Inflationsrate tatsächlich höher als erwartet ausfallen, wäre das ein Hinweis darauf, dass die Bank of England weniger Spielraum für Zinssenkungen hat als zuletzt erhofft. Ein schwächerer Wert hingegen würde Erwartungen an baldige Lockerungen stützen. Die Retail Sales am Freitag, prognostiziert bei minus 0,2 Prozent nach zuvor 0,5 Prozent, ergänzen das Bild des privaten Konsums. Für Liquidität und Risikobereitschaft in Kryptomärkten gilt: Ein restriktiverer Ton aus London verstärkt den Gegenwind für risikobehaftete Anlagen. Eine Enttäuschung nach unten bei der Inflation würde diesen Druck abschwächen.
Bitcoin Onchain Daten

SOPR knapp über Eins: Der Spent Output Profit Ratio liegt bei 1,0047. Das bedeutet, dass die im Schnitt realisierten Gewinne der bewegten Coins minimal positiv sind. Der Wert signalisiert weder überhitzte Gewinnmitnahmen noch echten Verkaufsdruck aus Verlusten. Das Niveau deutet auf eine neutrale Stimmungslage hin.
STH-MVRV und Stablecoin-Angebot: Der STH-MVRV liegt bei 1,1248. Kurzfristige Halter sitzen damit im Durchschnitt leicht im Gewinn, aber nicht in einem Bereich, der historisch mit starken Abgaben in Verbindung gebracht wird. Das Stablecoin-Angebot ist in den vergangenen sieben Tagen um 1,47 Milliarden Dollar zurückgegangen. Das ist ein möglicher Hinweis auf abfließende Liquidität innerhalb des Ökosystems, aber kein Beweis für Kapitalabfluss in andere Anlageklassen.
Bitcoin ETFs im Überblick

Datierte ETF-Tagesbewegungen: Am 14.10.2026 wurde ein Nettoabfluss von 3.207,42036553 Bitcoin erfasst. Am 15.10.2026 wurde ein Nettozufluss von 62,10708654 Bitcoin erfasst. Diese Werte beschreiben die Bewegungen an den genannten Tagen.
Mehrere Handelstage im Zusammenhang: Einzelne Tagesbewegungen gewinnen durch ihre zeitliche Folge an Aussagekraft. Ein hoher Bestand und ein Zufluss an einem Tag beantworten unterschiedliche Fragen. Für die Einordnung zählt deshalb auch, ob sich Zu- oder Abflüsse über mehrere Tage fortsetzen.
Volume Profil / Money Flow

Bitcoin in der Kernzone: Diese Näherung basiert auf Kraken-4-Stunden-Kerzen, bei denen das Volumen gleichmäßig über die Preisspanne jeder Kerze verteilt wird. Sie ersetzt weder ein exaktes Volume-at-Price-Modell noch aktuelle Orderbuchdaten. Bitcoin notiert aktuell bei rund 81.452 Dollar und befindet sich damit innerhalb der Kernzone, in der 70 Prozent des Volumens der vergangenen 90 Tage lagen. Diese Kernzone erstreckt sich laut Näherung von 63.500 bis 85.500 Dollar. Der meistgehandelte Preisbereich liegt bei 77.500 Dollar, also deutlich unter dem aktuellen Kurs. Die nächste dicht gehandelte Stufe unter dem Kurs liegt bei 80.000 Dollar, die nächste über dem Kurs bei 83.000 Dollar. Der aktuelle Preis befindet sich damit zwischen diesen beiden Referenzbereichen, rund 1.450 Dollar über der unteren und rund 1.550 Dollar unter der oberen Stufe.
Zwei bedingte Szenarien: Sollte Bitcoin die Zone um 83.000 Dollar klar akzeptieren und Folgehandel auf diesem Niveau stattfinden, wäre das ein Hinweis darauf, dass sich die Balance in Richtung des oberen Bereichs der Kernzone verschiebt. Sollte der Kurs hingegen von 83.000 Dollar abgewiesen werden und unter 80.000 Dollar zurückfallen, wäre das ein Zeichen dafür, dass der Markt in die bisherige Balance zurückkehrt. Beide Stufen sind historische Referenzbereiche aus dem Volumenmodell, keine automatischen Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus.
Was ich diese Woche beobachte
Drei Auslöser im Blick: Die Datenwoche hat mehrere Punkte, an denen sich das Bild schnell verschieben kann. Ich schaue auf folgende Auslöser:
- Britische Inflationsrate am Mittwoch: Weicht das Ergebnis merklich von den prognostizierten 3,4 Prozent ab, dürfte das die Zinsdebatte in Europa neu justieren.
- ETF-Flows zur Wochenmitte: Nach dem uneinheitlichen Bild der Vorwoche beobachte ich, ob sich eine Richtung herausbildet.
- Bitcoin relativ zur 80.000-Dollar-Zone: Hält der Kurs diesen Bereich als Referenzpunkt, oder fällt er darunter zurück?
- Stablecoin-Angebot: Setzt sich der Rückgang der vergangenen Woche fort, oder dreht sich die Bewegung?
Meine Sicht
Konsolidierung ohne klares Signal: Bitcoin bewegt sich in einem Bereich, der weder Kaufdruck noch Verkaufsdruck klar anzeigt. SOPR und STH-MVRV liegen beide in neutralem Terrain. Das ist kein schlechtes Zeichen, aber auch kein Argument für eine klare Positionierung in die eine oder andere Richtung.
Makro gibt den Ton vor: Diese Woche wird die Makroseite dominieren. Die britischen Daten sind dabei nicht nur für das Pfund relevant, sondern auch ein Stimmungsindikator für die Bereitschaft, Risiken einzugehen. Ein Markt, der zunehmend mit länger hohen Zinsen in wichtigen Währungsräumen rechnet, neigt dazu, risikobehaftete Positionen zu reduzieren.
Ich behalte meine Geduld: Ich sehe keinen Grund, diese Woche aus einem ruhigen Beobachtermodus heraus zu gehen. Die Datenlage ist dicht, aber noch nicht eindeutig genug, um klare Schlüsse zu ziehen. Ich warte auf die britischen Inflationszahlen am Mittwoch und die Flash-PMIs am Freitag, bevor ich mir ein festeres Bild forme.
Stand: Sonntag, 18. Oktober 2026, 16:02 Uhr deutsche Zeit. Quellen: Federal Reserve · Bank of England · Bank of Japan · TradingView Wirtschaftskalender · CoinGecko · bitcoin-data.com · Kraken · EBA stuft USDC als erstes 'bedeutendes' E-Geld-Token der….
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Dieser Artikel ist eine allgemeine Einordnung zu Bildungszwecken und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung. Der Handel mit Kryptowährungen und Hebelprodukten ist mit erheblichen Risiken verbunden.