Ein Breakout beschreibt eine Bewegung über eine vorher definierte Grenze hinaus. Ein Retest ist ein späterer erneuter Kontakt mit dem relevanten Bereich. Auf einen Breakout muss kein Retest folgen, und ein Retest muss nicht halten.
Eine klare Grenze macht die Beobachtung prüfbar
Notiere zuerst, welche Zone du meinst. Das kann etwa der obere Rand einer Range auf einem festgelegten Timeframe sein. Definiere anschließend, welches Ereignis als Breakout zählt: Überschreitung oder Kerzenschluss außerhalb. Ohne diese Festlegung kannst du fast jede spätere Entwicklung passend beschreiben. Speichere die Markierung, bevor der Preis den Bereich erreicht.
Trenne den Bruch von der späteren Rückkehr
Nach dem Bruch kann der Markt direkt weiterlaufen. Er kann auch zurück in den Bereich fallen oder diesen später von der anderen Seite testen. Diese Verläufe sind unterschiedliche Fälle. Ein verpasster erster Move ist kein Grund, jeden kleinen Rücklauf sofort als bestätigten Retest zu benennen. Notiere, wie nah der Preis kommen muss und welche Bestätigung deine Regel verlangt.
Auch gescheiterte Szenarien gehören ins Lernen
Die historische EUR/AUD-Abbildung aus dem CCM-Guide zeigt einen durchbrochenen Korrekturbereich und eine anschließend größer eingeordnete Struktur. Sie ist hier ein Gegenbeispiel zur Vorstellung, jede markierte Zone müsse halten. Im damaligen Bild sind verschiedene Szenarien eingezeichnet. Für deine Übung entscheidend ist, wann eine ursprüngliche Annahme nicht mehr galt.

Bewerte die neue Marktstelle eigenständig
Ein Rücklauf kann den Entry näher an eine fachlich begründete Invalidierung bringen. Er kann aber auch ein Zeichen sein, dass die vorherige Bewegung scheitert. Prüfe deshalb Kontext und Bestätigung erneut. Die bloße Bezeichnung „Retest“ beantwortet weder die Größenberechnung noch die Frage nach einem sinnvollen Target. Verändere die ursprüngliche Zone nicht rückwirkend, damit der spätere Kontakt besser aussieht.
Eine saubere Replay-Übung
Wähle vorab einen Zeitraum und erfasse jeden Bruch deiner definierten Grenze. Teile die Folge in direkt weitergelaufen, zurückgekehrt oder zurück in die Range gefallen ein. Dokumentiere unklare Fälle separat. Prüfe erst danach, ob deine Retest-Regel auf diese Daten anwendbar war. Nimm alle Fälle auf, auch solche ohne Entry. Sonst wertest du am Ende nur die schönen Bilder aus. Das Ziel der Übung ist eine reproduzierbare Beschreibung, keine nachträglich perfekte Trefferliste.